Ministerbrief

Elterninformation zum Schuljahresbeginn 2025/2026
Liebe Eltern,
zu Beginn des neuen Schuljahres grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen und Ihren Kindern einen erfolgreichen Start!
Lehrkräfte, Schulleitungen, Erzieherinnen und Erzieher, Schülerinnen und Schüler, Eltern – die ganze Schulgemeinschaft – gestalten zusam-men den Schulalltag. Er gelingt, weil viele mitdenken, mitmachen und mitgestalten – Sie als Eltern haben hier eine wichtige Rolle. Die Un-terstützung, die Sie Ihren Kindern jeden Tag geben, ist wesentlich für den Bildungserfolg. Ob im Organisieren des Schulalltags, im Begleiten beim Lernen und bei kleinen und großen Herausforderungen – Sie leis-ten sehr viel. Schule wirkt nicht nur im Klassenraum. Sie lebt auch von dem, was Kinder zu Hause erfahren: Rückhalt, Interesse, Vertrauen.
Schule ist mehr als Unterricht. Sie ist ein sozialer Ort, ein Raum für Persönlichkeitsentwicklung, für Miteinander, Verantwortung und Werte. Bildung entfaltet ihre Kraft dort, wo echte Beziehung und wechselseiti-ges Vertrauen entstehen, sei es zwischen Kindern und Lehrkräften oder zwischen Schule und Elternhaus. Daher ist es mir ein Anliegen, Sie mit diesem Schreiben über die Vorhaben und Planungen zum neuen Schul-jahr zu informieren.
Die Sicherstellung eines kontinuierlichen Unterrichts hat auch im anstehenden Schuljahr oberste Priorität. Wir setzen dabei auf be-währte und neue Maßnahmen. Eine detaillierte Übersicht finden Sie in den „Informationen zum Schuljahr“, die ich auf der Pressekonferenz zum Schuljahr 2025/2026 vorgestellt habe (siehe Aktuelles vom 6. August 2025 unter: https://bildung.thueringen.de/)
Im Hinblick auf die pädagogische Qualität konzentrieren wir uns zu-nächst vor allem auf
• die Stärkung der Basiskompetenzen,
• die Integration digitaler Lernformen in den Unterricht und
• die gezielte Förderung demokratischer Bildung.
An die Eltern der
Schülerinnen und Schüler an Thüringer Schulen
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Im Grundschulbereich etablieren wir im neuen Schuljahr das „Leseband“ zur Förderung der Lesekompetenz und starten die Pilotphase für Sprachtests im 5. Lebensjahr sowie darauf aufbauende Fördermaßnahmen.
Digitales Lernen erfordert neue Kompetenzen – bei Kindern wie bei Erwachsenen. Wir wol-len diese Veränderungen bewusst gestalten und dafür sorgen, dass alle Schülerinnen und Schüler digitale Werkzeuge sicher, sinnvoll und reflektiert nutzen lernen. Ein aktueller Schwer-punkt der Digitalisierung ist der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Während KI im All-tag vieler Schülerinnen und Schüler längst angekommen ist, steht ihr Einsatz in der Schule noch am Anfang. Thüringen orientiert sich dabei an den Empfehlungen der Kultusministerkon-ferenz, um eine sichere und chancengerechte Nutzung zu ermöglichen. Ein erster Schritt ist die geplante Einführung des KI-Chatbots „telli“, der über das Thüringer Schulportal bereitge-stellt werden soll. Telli wurde länderübergreifend für den schulischen Einsatz entwickelt und erfüllt hohe datenschutzrechtliche und pädagogische Anforderungen.
Zur privaten Nutzung digitaler Endgeräte im Grundschulbereich gibt es klare landeseinheitli-che Vorgaben. Ein Schreiben ging zu Beginn des neuen Schuljahres an die Schulen. Der Ge-brauch von Smartphones, Tablet oder Smartwatches ist im Grundschulbereich während des Unterrichts, in Pausen und im Hort grundsätzlich untersagt – es sei denn, die Nutzung ist pä-dagogisch angeleitet, medizinisch notwendig oder durch einen Notfall begründet. Brief und Regelungen sind auch auf einer Themenseite des Ministeriums abrufbar: www.BildungTH.de/digitale-endgeraete.
Ein besonderes Anliegen ist unserer Landesregierung die Demokratiebildung. Schule trägt hier eine besondere Verantwortung. Der Fokus liegt dabei auf den Werteprinzipien der frei-heitlich-demokratischen Grundordnung. Ich halte die Vermittlung ethischer Grundsätze wie Respekt, Achtsamkeit, Integrität und Demut für eine unabdingbare Grundlage unseres Han-delns und Zusammenlebens. Kinder und Jugendliche sollen lernen, mit unterschiedlichen Meinungen umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Werte zu leben. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist es wichtig, dass sie erfahren, wie ein de-mokratisches Miteinander funktioniert – in der Schule und zu Hause. In diesem Schuljahr star-tet an ausgewählten Schulen die „Verfassungsviertelstunde“ als fächerübergreifender Bei-trag zur Demokratiebildung. Parallel bauen wir das Konzept „Lernen am anderen Ort“ aus – etwa durch Besuche von Gedenkstätten und Erinnerungsorten sowie durch neue Kooperatio-nen mit außerschulischen Partnern im Kultur- und Bildungsbereich.
Ich danke Ihnen, dass Sie diese Entwicklungen begleiten. Ihr Beitrag als Eltern ist dabei un-verzichtbar – nicht nur organisatorisch, sondern auch im Miteinander, im Ermutigen und Da-sein. Lassen Sie uns im Dialog bleiben und gemeinsam ein starkes Fundament für die Zu-kunft unserer Kinder legen. Auch die Elternvertretungen leisten, u.a. mit ihrer engagierten Arbeit in den Gremien wie z. B. den Schulkonferenzen – einen wirksamen Beitrag zur Gestal-tung einer lebendigen, gerechten und zukunftsorientierten Bildungslandschaft. Durch ihr En-gagement geben sie Kindern eine starke Stimme und bauen Brücken zwischen Familien, Schule und Bildungspolitik sowie kommunalen Verantwortlichen. In diesem Sinne freue ich mich auch auf die weitere gute Zusammenarbeit mit den Elternvertretungen auf Landes- wie regionaler und lokaler Ebene.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen gelungenen Start in das neue Schuljahr – mit Zu-versicht, Offenheit und dem Vertrauen, dass wir gemeinsam viel bewegen können.
Mit besten Grüßen 

Christian Tischner

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